Der Scheunenfund – ein Märchen (oder besser: ein Traum!)

Ein Fahrzeug, das viele Jahre im Dornröschenschlaf auf einem Heuboden, in einer Garage oder eben in einer alten Scheune zugebracht und dort leise Rost angesetzt hat (also nicht so unversehrt blieb, wie Dornröschen nach 100 Jahren Schlaf), nennt man schlicht „Scheunenfund“.

Der Zustand sagt meistens nichts über den Wert des Fahrzeugs aus, aber ein Prinz mit einem Kennerblick weiß meistens schon, was er da wach küsst.

In meiner Geschichte geht es um ein PUCH Fahrrad, Modell 80. Es fand wahrscheinlich noch vor dem Krieg in einer Scheune im Waldviertel seinen Schlafplatz. Ein Bekannter kaufte dort ein altes Bauernhaus, dessen Scheune dieses „Schätzchen“ über die Jahre gebracht hatte. Es war freilich in einem erbärmlichen Zustand, aber darunter: ein Juwel!

Mit großer Freude barg ich es, aber als ich damit  nach Hause kam, schlug meine Frau (die Unwissende) die Hände über dem Kopf zusammen und meinte nur, was ich denn mit dieser Rostlaube wolle…

Ich entfernte sorgsam den Schmutz und Belag der vielen Jahre, bis die echte Patina des Rades zu erkennen war. Zerlegte, putzte, schmierte, polierte und baute alles so original wie möglich wieder zusammen. Und siehe, da stand es: Jeder Zoll ein wachgeküsstes Dornröschen!

Hinterlasse einen Kommentar