Im Zuge einer Haushaltsauflösung, bei der ich meinem Freund Ernst half, fand ich dieses Gusto-Stückerl auf dem Dachboden des Hauses. Der Lohmann-Hilfsmotor ist rund 70 Jahre alt und als absolute Rarität einzustufen. Dementsprechend groß war meine Freude über den Zufallsfund.
Diese Erfindung stellte ab 1949 neben einigen anderen Patenten eine der ersten Motorisierungsarten für Fahrräder dar. Mit den leisen, geruchsfreien und leistungsstarken E-Bikes von heute ist diese Unterstützung aber kaum zu vergleichen. Kein Wunder: Der Motor war schließlich ein 1-Zylinder-Zweitakt-Selbstzünder, hatte nur 18 Kubikzentimeter Hubraum sowie eine Leistung von mageren 0,6 kW. Als Spitzengeschwindigkeit konnten damit maximal 35 km/h erzielt werden. Die Beschleunigungszeit wird in der Fachliteratur wie folgt angegeben: von 15 auf 30 km/h in 11 Sekunden.
Zu erwähnen ist noch die geniale Konstruktionsweise: Der Motor kam ohne Zündanlage, Vergaser und Getriebe aus. Die Kraftübertragung erfolgte durch eine sogenannte Reibrolle direkt auf den Reifen des Hinterrades. Besonders war auch, dass der Hilfsmotor auf allen Fahrrädern montiert werden konnte.
Mein Fundstück stammt jedenfalls aus Österreich: Ab 1953 wurde der Motor in Lizenz unter dem Namen „Junior“ in Graz gebaut. Die dort entstandenen 10.000 Exemplare waren eine stark verbesserte Version des ursprünglichen Modells. Noch wartet das gute Stück auf seinen ersten Einsatz in der Sammlung Lettner – die nachfolgenden Fotos dokumentieren den Fundzustand.








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