Es gehört zwar zur Kategorie der Klappräder, aber man kann es weder klappen noch falten, das Puch Camping. Aber man kann es zerlegen, in zwei Hälften – einfach indem man einen Hebel umlegt. Mit zwei weiteren Schnellverschlüssen entfernt man dann noch Lenker und Sattel, und schon entspricht es der Werbekampagne Puchs, „das ideale Autofahrrad – passend für jeden Kofferraum“ zu sein.
Das Camping (das in Amerika als „Break Away“ verkauft wurde) ist die zerlegbare Version des Touring, welches wiederum eine Weiterentwicklung
des Puch Mini ist. Ebenso mit kleinen 20“ Laufrädern, mit hohem Lenker und Sattelstütze auch großgewachsenen Erwachsenen passend, aber mit einem neuen Rahmen aus zwei zusammengepressten und verschweißten Blechhälften.

Klappräder waren ein Trend der späten 60er Jahre, in denen eigentlich Motorisiertes angesagter, weil wieder leistbarer war. In den meisten Fällen handelte es sich dabei nicht um einen Mercedes oder Porsche, sondern eher VW Käfer oder Puch 500. Ein Rad ließ sich nun mal nur im zerlegten, gefalteten oder zusammengeklappten Zustand im Kofferraum verstauen.
So wie das Puch Camping, welches seinen Besitzer mit einer Torpedo Duomatic Zweigang-Rücktrittschaltnabe und dessen Augen mit viel Chromglanz verwöhnt und in den Farben Weiß, Blau, Rot, Dunkel- und Grüngrau zu haben war. Und natürlich in Orange – so wie unser Fotomodell, das in der Sammlung Lettner neben etlichen anderen Minirädern in guter Gesellschaft ist.
Dieser Text und die Fotos wurden ursprünglich auf Website von Hannes Denzel veröffentlicht. Ich bedanke herzlich bei ihm für die freundliche Genehmigung, den Text hier in leicht adaptierter Form verwenden zu dürfen.