Pink und gratis, aber zu schnell futsch

Pinkfarbiges Fahrrad mit zahlreichen Werbebeschriftungen

Zur Abwechselung möchte ich wieder einmal ein Rad vorstellen, das eher noch keinen historischen Wert besitzt, aber jedenfalls eine Kuriosität darstellt. Das pinke Citybike aus Wien fand seinen Weg über einen befreundeten Großhändler zu mir. Gleich vorweg: Das ursprünglich kostenlos nutzbare Leihrad wurde von ihm auf legalem Weg erworben (und nicht etwa „entführt“).

Wer die Geschichte bzw. die Anfänge der Gratis-Leihräder in Wien nicht so genau mitbekommen hat, dem:der möchte ich einen kurzen Überblick geben: Die 1.500 auffälligen pinken Räder mit der überschaubaren technischen Ausstattung (3-Gang-Schaltung, mehr Werbung als Fahrkomfort) waren ab 2002 in Wien im Einsatz.

Die Grundidee war es, den Umstieg auf das Fahrrad für kürzere und mittlere innerstädtische Weg zu erleichtern. Nutzer:innen mussten zur Entriegelung eines Rades lediglich eine 2-Euro-Münze als Pfand einsetzen – ähnlich wie bei einem Einkaufswagerl.

Binnen kürzester Zeit verzeichnete das Projekt leider einen großen Schwund an Rädern – zu viele wurden demoliert, entwendet oder einfach unsachgemäß abgestellt. Es musste die Notbremse gezogen werden: Die restlichen noch auffindbaren Räder wurden in die Winterpause geschickt, aus der dann das vorläufige Ende des Projekts wurde. Die verbliebenen 1.230 Räder wurden im Internet versteigert. So kam auch mein Bekannter an sein Exemplar.

Grundsätzlich verbirgt sich hinter dem Cityrad also eine Geschichte mit einem unerfreulichen Zwischenstopp. Die durchdachtere Fortsetzung mit neuen Rädern fand aber bereits 2003 statt und brachte das Ende der Gratis-Leihmöglichkeit mit sich. Nutzer:innen müssen sich seither registrieren und eine geringe Leihgebühr entrichten. Mittlerweile ist das Leihrad-System bei den Wiener Linien angesiedelt und umfasst 3.000 Räder sowie 300 E-Bikes. Mehr Infos zum WienMobil Rad sind hier zu finden.